Fütterung – ein heisses Thema, Teil 2

Fortsetzung

2. Allergie oder Unverträglichkeit?

Eine Unterscheidung zwischen Futtermittel-Allergie und Futtermittelunverträglichkeit ist nicht ganz einfach. Zwar gibt es wie bei Umweltallergenen Blut- und Hauttests, diese sind aber leider nicht 100-ig aussagekräftig. Es steht jedoch fest, dass der Anteil an Hunden und Katzen, die eine Futtermittelallergie haben, meist überschätzt wird.
Im Gegensatz zur Unverträglichkeit ist bei der Allergie immer das Immunsystem beteiligt. Allergien zeigen sich überwiegend auf der Haut und im Verdauungsapparat. Symptome sind einerseits Juckreiz, Pusteln, Rötungen, also Ekzeme, andererseits Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Darmgeräusche und Bauchschmerzen, also Verdauungsprobleme.

Am häufigsten sind Allergien gegen Eiweisse (Proteine), seltener gegen Zucker (Kohlenhydrate) und Konservierungsstoffe. Im Prinzip kann jedes Protein zu einer allergischen Reaktion führen, am häufigsten sind beim Hund: Rind, Milchprodukte, Huhn, Weizen und Lamm. Bei der Katze sind es Reaktionen auf Rind, Milch und Fisch.

Beispiel einer Futterallergie bei der Katze

Bei Tieren kommt es im Gegensatz zum Menschen selten zu den sehr gefährlichen «Reaktionen vom Soforttyp», bei welchen innert kurzer Zeit nach der Aufnahme eines Lebensmittels Nesselfieber, Schwellung von Gesicht und Rachen und Kreislaufprobleme auftreten. Hunde und Katzen zeigen meist eine Reaktion vom Spättyp, bei welcher Symptome Stunden oder Tage nach der Futteraufnahme auftreten.

Sowohl bei einer Futtermittelallergie wie bei einer -intoleranz muss zwingend eine Futterumstellung erfolgen. Bei einer passenden Diät sollten sich die Magen-Darm-Symptome nach zwei bis drei Wochen deutlich gebessert haben, bei den Hautsymptomen dauert es bis zu sechs Wochen. Die strikte Einhaltung der Diät ist von grösster Wichtigkeit, da selbst kleinste Mengen eines unverträglichen Stoffs den Erfolg zunichtemachen. Moderne Trockenfutter sind in der Regel sehr komplex zusammengestellt, so dass es schnell zu Unverträglichkeiten kommen kann. Spezialdiäten oder selbst zubereitetes Futter, roh (BARF) oder gekocht, führen deshalb oft schneller zum Erfolg.

Eine besonders schlimme Form ist die sogenannte chronische Enteropathie, bei welcher Störungen im Bereich der Därme über längere Zeit bestehen. Eine Blutuntersuchung sowie Untersuchung auf Parasiten sind immer angezeigt. Probiotika und auch Präbiotika gehören neben der Diätumstellung mit zur Behandlung. Manche Formen sprechen erst auf die Gabe von Steroiden, z.B. Cortison an.

Das sogenannte Darm-Mikrobiom erlebt gerade einen Hype. Es handelt sich dabei um  Mikroorganismen, also Bakterien, Viren, Protozoen und Pilze, früher Darmflora genannt, die einerseits eine Rolle bei der Verdauung der Nahrung spielen, aber ebenso Krankheitserreger in Schach halten und Gifte neutralisieren können. Sie bilden auch kurzkettige essentielle Fettsäuren. Jedes Lebewesen hat eine ganz spezifische, einzigartige Zusammensetzung des Mikrobioms, wobei sich die Mikrobiome eng zusammenlebender Menschen und Tiere ähnlich sind. Krankheiten, falsche Ernährung, Medikamente, Parasitenbefall, aber auch Stress können das empfindliche Gleichgewicht stören. Umgekehrt zeigt die Forschung auf, dass es wohl in Zukunft möglich sein kann, gewisse Krankheiten durch eine Optimierung des Mikrobioms zu therapieren oder sogar heilen. Einig sind sich die Forscher darin, dass Ballaststoffe für das Mikrobiom äusserst wichtig sind, da sie ihm als Nahrung dienen. Im Gegensatz zu keimfrei gemachtem kommerziellem Futter bringen naturnahe Nahrungsmittel natürlich vorkommende Bakterien mit, die zu einem gesunden Mikrobiom beitragen.

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